Von Daniel Kolenda

Fürchte kein Unglück

Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.
Psalm 23

Die zentrale Aussage

David war ein ziemlich guter Autor, nicht wahr? Selbst diesen Psalm nur zu lesen, stärkt mich. Kein Wunder also, dass er seit unzähligen Generationen die Herzen berührt. 

Ich beginne mit diesem allerersten Satz. Denn die ersten Worte von Psalm 23 sind der Dreh- und Angelpunkt. Sie sind die zentrale Aussage des ganzen Abschnitts.  

Der Herr ist mein Hirte.

Sprich es dir jetzt im Glauben selbst zu. Glaubst du, dass der Herr der ist, der dich führt, leitet, beschützt und dein Leben wiederherstellt? 

Wo auch immer du bist 

Der Psalmist beginnt mit dieser Aussage, um dann Situationen aufzulisten, in denen wir uns wiederfinden können. Einmal laufen wir an einem kristallklaren Bach entlang. Dann sind wir auf einer wunderschönen Wiese. Und plötzlich befinden wir uns im finsteren Tal. Doch wo immer ich auch bin, ich kann mir einer Sache sicher sein: Der Herr ist mein Hirte. Darum fürchte ich kein Unglück. Darum sorge ich mich nicht um morgen. Darum macht mir weder die Wirtschaft noch die Regierung oder mein Kontostand Angst. Denn da ist etwas, das mir in jeder Lage Halt gibt: Der Herr ist mein Hirte. 

Die Hirten-Perspektive 

David war selbst Hirte. Er wusste, welche Gefühle Hirten für ihre Schafe haben, und er konnte seine Beziehung zu Gott in diesem Licht betrachten. Ob David diesen Psalm wohl als Hirtenjunge schrieb? Vielleicht nachdem er seine Schafe über grüne Weiden geführt und dann – im finsteren Tal – ein Lamm vor einem Wolf gerettet hatte? 

Oder schrieb er ihn Jahre später, als er schon König war und an seine Vergangenheit zurückdachte? Als Hirte war er vor Löwen und Bären auf der Hut. Jetzt machten ihm mörderische Verräter Sorgen, die sich gegen ihn verschworen hatten. Vielleicht schloss er seine Augen, wenn er Trost brauchte, und träumte von diesen Hügeln, auf denen er ungestörte Gemeinschaft mit Gott genossen hatte. In turbulenten Momenten dachte er dann: Der Herr ist immer noch mein Hirte.

Vielleicht bin ich jetzt in einer anderen Lebensphase – und vermisse die einfacheren Zeiten, als ich noch jünger war. Doch selbst jetzt ist der Herr immer noch mein Hirte

Mir wird nichts mangeln 

Was bedeutet es zu sagen: Der Herr ist mein Hirte? Es bedeutet, dass Er für mich sorgen wird. Darum lautet der nächste Satz: Mir wird nichts mangeln.

Diese beiden Aussagen gehören zusammen. Wenn es um den Glauben geht, ist dies die grundlegendste Wahrheit: Der Herr ist mein Hirte. Mir wird nichts mangeln. Doch manchmal fällt uns diese Haltung am schwersten, denn wir fragen uns, ob Gott sich wirklich um unsere praktischen Bedürfnisse kümmert. 

Wir wissen, dass Gott die Ewigkeit wichtig ist – und unser Herz. Doch kümmert Er sich auch um meinen Job, meine Ehe, meine Kinder und meine Gesundheit?  

Der Herr sorgt für dich auch in den alltäglichen Dingen deines Lebens – genauso, wie Er um deine Zukunft in der Ewigkeit besorgt ist. Der Herr ist mein Hirte. Mir wird nichts mangeln. Das heißt, du kannst Ihm vertrauen. Dir wird nichts fehlen, was du brauchst. 

Predige es dir selbst

Wir müssen lernen, wie wir uns selbst im Herrn ermutigen können. David sprach zu sich selbst. Die Bibel berichtet, dass er sich im Herrn stärkte. Er predigte sich selbst.  

Die meiste Zeit predige ich mir selbst – bis ich es glaube. Das kannst du auch tun. Du brauchst weder eine Kanzel noch ein Publikum. Stärke dich einfach selbst im Herrn. 

Der Herr ist mein Hirte. Mir wird nichts mangeln. Der Herr ist mein Hirte. Ich muss mich nicht fürchten. Der Herr ist mein Hirte. Ich vertraue Ihm, dass Er sich um alles kümmern wird. 

Weshalb kann ich mir sicher sein? Weil der Herr mein Hirte ist. 

Wenn du nur den Samen hast 

Als ich noch auf der Bibelschule war, lebte ich im Glauben. Am Ende meines ersten Semesters brauchte ich 2.000 $. Auf meinem Bankkonto waren damals nur noch 200 $. 

Ich ging auf die Knie und betete: „Herr, siehst du das? Du hast versprochen, mich zu versorgen.“ Und plötzlich wurde mir etwas klar. Ich brauchte 2.000 $ und hatte nur 200 $. Zweihundert sind der Zehnte von zweitausend. Der Herr hatte mir einen Samen zum Aussäen gegeben. 

Diese Worte fielen mir ins Herz: Wenn das, was du hast, deinen Bedarf nicht deckt, kann es nicht dein Ertrag sein. Es muss dein Same sein. 

Freude erfüllte mein Herz. Ich fragte: „Herr, wo soll ich diesen Samen aussäen?“ Im selben Moment klopfte es an meiner Tür. Ein Freund namens Josh stand tränenüberströmt vor mir. Er sagte: „Ich mache gerade meine Abschiedsrunde, da ich nächstes Semester nicht weiterstudieren kann. Ich brauche eine Anzahlung von 300 $ und habe nur 100 $.“ 

Ich antwortete: „Josh, du hast genau an die richtige Tür geklopft. Ich habe 200 $ für dich.“ 

Ich stellte ihm einen Scheck aus und er zog glücklich davon. Dann ging ich wieder auf die Knie. Oft wird der Herr dich gebrauchen, um jemand anderem zu helfen, bevor er deiner Not abhilft. Doch keine Sorge – dein Wunder wird umso größer sein. 

An diesem Tag kam das Geld nicht. Am Abend ging ich in die Bibliothek, um meine E-Mails zu checken. Ich fand eine Nachricht von meinem Vater. Ein alter Freund, den er seit Jahren nicht gesehen hatte, hatte ihm einen Scheck über 2000 $ für meine Studiengebühren geschickt. 

Ist es nicht wunderbar, wie Gott uns zeigt, dass Er an den Details unseres Lebens interessiert ist? Er hätte dieses Geld auf hundert verschiedene Arten bereitstellen können, doch er tat es so, dass ich wusste: Der Herr ist mein Hirte. Mir wird nichts mangeln. 

Glauben wählen 

Ich habe den Eindruck, dass wir mehr über Glauben predigen sollten. Ich weiß, dass manche dieses Thema überzogen haben. Doch ich werde am Wort Gottes keine Abstriche machen. Ich habe beschlossen, ein Mann des Glaubens zu sein. Ich werde glauben, dass es Gottes Wille ist, mich zu segnen, denn genau das sagt Sein Wort. Ich werde dem Teufel nicht erlauben, mir meine Freude, Hoffnung oder mein Vertrauen zu rauben. 

Wenn du möchtest, kannst du ein Zweifler sein, skeptisch und zynisch. Das ist deine Sache. Aber ich wähle den Glauben. Ich beschließe zu glauben, dass Gott gut und dass Sein Wort wahr ist. Ich warte nicht, bis sich die Wirtschaftslage bessert. Dazu habe ich schon zu viel gesehen und erlebt. Ich bin ein unverbesserlicher Glaubender, in Jesu Namen. 

Warum? Weil der Herr mein Hirte ist. Mir wird nichts mangeln. 

Ein Tisch im Angesicht meiner Feinde 

Dann sagt er: Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. 

Das ist mein Lieblingsvers, der oft missverstanden wird. Viele glauben, er bedeute Folgendes: Obwohl Feinde mich umringen, wird Gott sich auf jeden Fall um mich kümmern. Das gehört auch dazu, aber das ist noch nicht alles. 

Du bereitest vor mir einen Tisch. Dieser Ausdruck beschreibt ein Fest, eine Feier, ein verschwenderisches Zurschaustellen. Es geht nicht darum, etwas Brot zu knabbern, während man sich hinter einem Felsen versteckt. David sagt: Du bereitest mir ein Fest – direkt vor den Augen meiner Feinde. 

Dies ist die ultimative Rache. Dort stehen sie, verfluchen dich und wünschen dir den Untergang. Stattdessen werden sie Zeugen, wie du befördert wirst. Sie wollen deinen Ruin sehen, müssen jedoch deine Erfolge anschauen. Und du genießt dabei einfach die Güte Gottes.

Reinhard Bonnke hat immer eine Geschichte aus Afrika erzählt. Eine Gruppe von Medizinmännern marschierte die ganze Nacht lang um sein Hotel herum und verfluchte ihn. Am Morgen öffnete er das Fenster und sah, wie sie immer noch marschierten, splitternackt und erschöpft. Er rief ihnen zu: „Hey Leute, Ihr tut mir so leid. Ihr habt letzte Nacht so schwer gearbeitet und ich habe so gut geschlafen!“ 

Was sagte er damit? Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. 

Die Menschen, die dich verfluchen, werden sich völlig verausgaben. Du aber wirst feiern. Vielleicht fragst du dich: Wie soll ich meinen Kritikern begegnen? Gib ihnen nicht einmal die Ehre einer Antwort. Begib dich nicht auf ihr Niveau herunter. Lass sie wüten. Du genießt einfach das Fest, das Gott dir bereitet, im Angesicht deiner Feinde. 

Der Schatten ist nicht die Substanz 

Er sagt auch: Du salbst mein Haupt mit Öl.

David schreibt: „Und ob ich schon wanderte im Tal des Todesschattens.“ Wir nutzen das oft auf Beerdigungen. Doch er beendet den Psalm mit: Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang. Er spricht hier also nicht über den Tod, sondern nur über den Todesschatten. 

Ein Schatten hat keine Substanz. Es geht nur um die Wahrnehmung. Etwas blockiert das Licht. 

Hast du schon einmal das Gefühl gehabt, du wärest in diesem Tal, eingezwängt von Mauern mit der Frage im Herzen, ob du da lebendig wieder herauskommst? Doch das ist nicht der Ort, an dem du sterben wirst. David sagt weiter: „Du salbest mein Haupt mit Öl.“ Es mag sich anfühlen wie das Ende, doch dies ist der Ort, an dem Gott dein Leben salben wird wie nie zuvor. Du wirst stärker und gesalbter aus diesem Tal herauskommen und dabei in der Kraft und Gegenwart Gottes unterwegs sein.

Du kannst im tiefsten Innern nicht wirklich wissen, dass der Herr dein Hirte ist, wenn du dieses Tal noch nicht durchquert hast. Denn erst auf der anderen Seite wirst du zurückschauen und erkennen: Er hat mich bei keinem einzigen Schritt alleingelassen. 

Gutes und Barmherzigkeit 

Du schenkest mir voll ein … Ich stelle mir diese Kritiker mit ihren ausgetrockneten Mündern vor, total erschöpft. Denn es ist harte Arbeit, dein Feind zu sein. All das Niedermachen kostet Kraft. Doch wenn sie dich anschauen, sehen sie, dass dein Becher so voll ist, dass er überläuft. Und dann erhebst du ihn und sagst: „Hey Leute. Der Herr ist mein Hirte.“ 

Das ist meine Rache. Der Herr ist mein Hirte. Mir wird nichts mangeln. Das antworte ich meinen Kritikern. Reinhard Bonnke wurde einmal gefragt: „Was sagst du deinen Kritikern?“ „Meine Antwort an meine Kritiker ist die nächste Evangelisation“, erklärte er. 

Dann sagt David (in der englischen Version) surely (ganz sicher). Das bedeutet: ohne Zweifel. Ganz sicher werden Gutes und Barmherzigkeit mir folgen mein Leben lang.

Du musst guten Dingen nicht nachjagen, wenn du dem guten Hirten folgst. Das Gute wird dich verfolgen. Die Welt ist voller Menschen, die versuchen, sich selbst glücklich zu machen – ohne Erfolg. Doch für Kinder Gottes gilt das Gegenteil. Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit und dies alles wird euch hinzugefügt werden. Du jagst ihnen nicht nach. Sie verfolgen dich. Du folgst Ihm und sie folgen dir. 

Warum? Weil der Herr mein Hirte ist. 

Das Beste daran ist, dass dies unvergänglich ist. Es gilt ewig. Und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar. 

Wir haben den besten Hirten! Er ist der einzige Hirte, den ich kenne, der seine Schafe im Haus wohnen lässt. Er ist nicht nur unser Hirte, sondern unser Vater, Freund und König. Er ist ein guter, guter Gott!