
Bibelstudie
Eine Botschaft ohnegleichen
Diskutiere nicht, sondern strahle! Du kannst die Finsternis nicht besiegen, indem du mit ihr diskutierst. Schalte einfach das Licht an. Das Evangelium ist Kraft, die Kraftquelle für das Licht. Predige es. Dann bist du „angeschlossen“, und es wird hell. Gottes Starkstromleitungen beziehen ihren Strom aus Golgatha, von der Auferstehung und dem Thron Gottes: „Das Evangelium … ist Gottes Kraft“, schrieb Paulus (Römer 1,16). Er wusste und bewies es. Die Welt hätte damals nicht schlimmer sein können: grausam, korrupt und zynisch. Doch das Evangelium veränderte sie, und heute kann es dasselbe bewirken.
Wie man die Kraft des Evangeliums auf die Welt loslässt
Ein Prediger sagte mir einmal, dass er einen Transformator bräuchte, um die emotionale Wirkung des Evangeliums von Stark- in Schwachstrom umzuwandeln. Doch Sünder zu bekehren erfordert die volle Kraft des Evangeliums. Predige, um zu überführen und zu bekehren. Dein Job ist es nicht, Menschen zu unterhalten, zum Lächeln zu bringen und sie mit einem guten Gefühl nach Hause zu schicken. Schmiere ihnen keinen Honig um den Bart. Rette Menschen, statt sie zu verhätscheln! Dann werden Freude und Glück folgen.
Der Evangelist Philippus begegnete dem äthiopischen Eunuchen (Apostelgeschichte 8). Dieser verwaltete das ganze Vermögen der Königin. Er war ein Finanzexperte, der keine Zeit für Small Talk hatte. Philippus fragte ihn nicht nach seinen Bedürfnissen, denn er kannte sie ganz genau: Der Eunuch brauchte Christus. Jeder braucht Errettung, daher predigte Philippus ihm sofort die Botschaft von Jesus.
Jesus ist der Anfang und das Ende jeder Evangeliumspredigt und jedes Zeugnisses. Wir propagieren weder Theologie, noch Religion oder Begeisterung. Wir sind Zeugen Christi. Er selbst ist die Botschaft.
Was hat Jesus gepredigt?
Er predigte über sich selbst. Auf dem Weg nach Emmaus erklärte er Kleopas und dessen Freund, „was durch die ganze Schrift hindurch über ihn gesagt wird“ (Lukas 24,27). Seine gesamte Lehre führte immer wieder zu ihm selbst. Nachdem er z. B. Nazareth verlassen hatte, kehrte er eines Tages dorthin zurück und ging in die Synagoge. 20 Jahre lang hatte er sie jede Woche treu besucht. Damals wurden bekannte Männer zum Vorlesen und ggf. zur Auslegung der Schriften aufgerufen. Natürlich lud man Jesus dazu ein, als er die Synagoge erneut besuchte.
Das Evangelium ist im Alten Testament zu finden. Tatsächlich ist es randvoll mit dem Evangelium. Wie Lukas berichtet, las Jesus aus Jesaja 61 vor: „Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat und gesandt, zu verkündigen das Evangelium den Armen, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen sollen, und die Zerschlagenen zu entlassen in die Freiheit und zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn“ (Lukas 4,18-19). Niemand hielt das für etwas Besonderes. Sie kannten diese Worte auswendig, sie wurden bereits seit 800 Jahren gelesen. Die Schriftrolle wurde zurückgegeben. Der Synagogenvorsteher nahm sie ehrfürchtig entgegen, küsste sie und stellte sie zurück. Doch plötzlich schien sie sich in Dynamit zu verwandeln. Jesus sagte ihnen, dass diese Prophetie ihn betraf. Das weckte die Gemeinde mit einem Schlag auf. Es gibt sieben eindeutige Aussagen in diesen Versen und sie beziehen sich alle auf ihn und auf die Gegenwart. „Heute“, wagte er zu sagen, „ist dieses Wort der Schrift erfüllt vor euren Ohren“ (Lukas 4,21). Dadurch erklärte er sich selbst zu dem Gesalbten, zum Christus, der all diese verheißenen Dinge tun würde.
Das Gnadenjahr des Herrn
Die ersten sechs Aussagen können in der letzten zusammengefasst werden: „zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn“. Dieses Gnadenjahr war tatsächlich das Erlass- oder Sabbatjahr. Der Begriff „Erlass“ kommt aus dem Hebräischen. Dieses Konzept war Gottes Idee. Es wurde eingeführt, um allen ein Jahr lang Erholung zu geben, alle Leibeigenen freizulassen und alle Schulden zu erlassen.
Leider war dieses Sabbatjahr offensichtlich nie eingeläutet worden. Das Land hatte es niemals erlebt, und dieses Versagen warf Gott ihnen vor. Den Herrn hätte es sehr gefreut – es ist Gottes Stil, Lebensglück zu fördern. Auch wenn das Land das Erlassjahr nicht feierte, wollte Gott es einhalten. Sein Sabbatjahr sollte viel größer sein als das des Mose, wie wir noch sehen werden. Es wird in 3. Mose 25,8-17 beschrieben: Ihr sollt „im 50. Jahr am Versöhnungstag, am 10. Tag des 7. Monats, die Signalhörner im ganzen Land blasen lassen … Das 50. Jahr soll für euch ein heiliges Jahr sein! Es ist ein Erlassjahr. Gebt dann allen Bewohnern des Landes, die sich hoch verschuldet haben und so zu Sklaven wurden, ihre Freiheit wieder. Das Erlassjahr soll für euch heilig sein … Betrügt einander nicht! Habt Ehrfurcht vor mir, denn ich bin der HERR, euer Gott!“
Verkünde Freiheit!
Predige nicht, um Eindruck zu machen oder um Menschen zu bezaubern, zu begeistern oder zu verängstigen. Predige nicht, um sie zu beruhigen. Du kannst predigen, um alle möglichen Effekte zu erzielen, doch Jesus verkündete einfach Freiheit. An diesem Tag proklamierte er den Beginn des Gnadenjahres! Er zeigte ihnen, wie ein wahres Sabbatjahr aussehen würde – Befreiung! Es sollte ein Erlassjahr nicht nur für Israel, sondern für die ganze Welt sein. Ein Sabbatjahr für Menschen wie die Ausländer, die er erwähnte: Naaman, den syrischen Aussätzigen, und die Witwe aus Sarepta.
Die Synagogengemeinde wunderte sich über diese neue Lehre. Sie konnten sich den Hirten Israels nicht mit fremden Schafen vorstellen und waren verwirrt durch diese ungewohnte Perspektive Christi für die gesamte Welt. Die Welt, die er liebte, war ihnen zu groß. Ängste machten sich breit und mörderischer Eifer wurde entzündet; Empfindungen, die immer direkt unter der Oberfläche menschlicher Emotionen schlummern. Jesu Predigt provozierte definitiv eine Reaktion: Die Gemeindeglieder versuchten, ihn einen steilen Abhang hinunterzustürzen! Doch seine Predigt war wunderbar: Freiheit, Befreiung, Heilung und keine Schulden! Aber ungeachtet der Reaktionen predigte Jesus sein Evangelium. Das müssen wir auch tun.
Zur damaligen Zeit waren Schulden eine Tragödie. Väter und ihre Familien wurden dauerhaft zu Sklaven. Nur das Erlassjahr konnte sie befreien. Die Schuldner durften nach Hause zurückkehren. Wenn jemand nicht nach Hause ging, war es seine eigene Schuld. Das Gesetz sagte: „Geh!“ Jeder, der nach dem Erlassjahr noch versklavt war, hatte dies selbst gewählt.
Jesus Christus hat der gesamten Menschheit das Sabbatjahr verkündet. Alles, was Israel über Erlassjahre wusste, war nun ein schwaches Abbild angesichts des wahren Erlassjahres im Reich Gottes. Das Gnadenjahr Gottes befreite Menschen aus der Knechtschaft des Satans, Schuld wurde getilgt, Kranke wurden geheilt, ihr Körper, ihre Seele und ihr Geist. Das Reich Gottes kennt keine Sklaven mehr, keine Fesseln, keinen, der noch von Satan unterjocht wird. Halleluja! Welch ein Grund zum Jubeln! Jesaja schrieb begeistert darüber: „ … den Trauernden Zions Frieden, ihnen Kopfschmuck statt Asche zu geben, Freudenöl statt Trauer, ein Ruhmesgewand statt eines verzagten Geistes; … sie werden die uralten Trümmerstätten aufbauen, das früher Verödete wieder aufrichten. Und sie werden die verwüsteten Städte erneuern … Ihr werdet den Reichtum der Nationen genießen, nicht länger wird man ,Entlassene‘ zu dir sagen … Seine Rettung kommt, … und man wird sie nennen die Erlösten des Herrn“ (Jesaja 61,3-4.6-7; 62,4.11-12). Damals in Nazareth verwandelte Jesus diese alttestamentlichen Bibelverse in die königliche Proklamation eines neuen Zeitalters der Heilsgeschichte. Er verkündete die Generalamnestie. Alle von Satan Inhaftierten wurden freigelassen: „Er hat die Gefangenschaft gefangen geführt“ (Epheser 4,8). Paulus bekräftigte dies später mit den Worten: „Die Sünde soll nicht über euch herrschen“, und: „Als aber die Fülle der Zeit kam, sandte Gott seinen Sohn, damit er die loskaufte, die unter dem Gesetz waren“ (Galater 4,4f).
Jetzt ist das Erlassjahr
Jetzt ist das „angenehme Jahr des Herrn“. Alle Errungenschaften der Technik haben göttliche Befreiung nicht ersetzen können. In jedem Land gibt es unzählige Sklaven – Sklaven der Angst, des Zweifels, der Depression. Satan lässt niemanden auf Bewährung gehen. Überall auf der Welt sind Menschen durch Sünde und Versagen niedergedrückt, moralisch versehrt und geistlich gebunden. Wie absurd, da das Sabbatjahr doch schon längst ausgerufen worden ist! Die Sklaven sind schon frei.
Das gilt es zu predigen! Die Menschen haben schlichtweg vergessen, dass Christus schon gekommen ist. Wir leben nicht mehr in vorchristlicher Zeit. Wir müssen nicht mehr auf den Erlöser und Retter warten. Der Krieg ist vorbei, und die Freiheit gehört uns. Jesus hat die Tür zum Reich der Freiheit geöffnet und das Signalhorn der Befreiung geblasen, als er am Kreuz ausrief: „Es ist vollbracht!“
Manche, die es besser wissen sollten, nennen unsere Zeit „nachchristlich“ – als ob das Erlösungswerk Christi nur für die Vergangenheit gelten würde. Das ist einfach nicht wahr. Christus hat die Gefängnistore ein für alle Mal geöffnet. Das Werk Jesu kann sich nicht erschöpfen oder rückgängig gemacht werden. Es ist die größte Erlösungsmacht der Erde, die immer noch wirkt. Nie wieder kann Satan die Gefängnistore hinter Menschen zuschließen. Wenn Jesus eine Tür öffnet, kann sie kein Mensch wieder zuschlagen: „Wen der Sohn frei macht, der ist wirklich frei“ (Johannes 8,36). Wie kann es sein, dass dennoch Milliarden von Menschen im Konzentrationslager Satans schmachten?
Heute ist der Tag der Gnade
Der Befreier hat die Tore weggesprengt, Freiheit ist da. Der berühmteste Entfesselungskünstler aller Zeiten war Houdini. Polizisten sperrten ihn in eine Zelle. Doch kaum hatten sie sich abgewandt, folgte Houdini ihnen schon. Innerhalb von Sekunden war er wieder frei. Nur einmal nicht. Fast eine halbe Stunde machte er sich am Schloss zu schaffen. Ein Polizist kam und stieß die Zellentür auf – sie war gar nicht verschlossen worden! Houdini hatte sich täuschen lassen und die ganze Zeit versucht, eine Tür aufzumachen, die längst offen war.
Christus ist in eine Festung eingedrungen, die mit Mauern der Verzweiflung umgeben war. Er allein hat die Schlüssel des Todes und des Totenreiches, und er hat alle Tore geöffnet. Warum versuchen immer noch Millionen von Menschen entkräftet mit allen möglichen Tricks, ihren schlimmen Gewohnheiten zu entkommen? Sie schließen sich neuen Sekten oder altheidnischen Religionen an, hören neue Theorien und gehen zum Psychiater. Warum nur? Jesus ist doch da, der Menschen frei macht. Er tut es immer wieder.
Eine Proklamation der Freiheit
Das ist das Evangelium! Man predigt nicht darüber oder stellt seine Inhalte zur Diskussion. Das Evangelium steht nicht zur Debatte. Es ist eine Proklamation der Freiheit. Dialog? Das Evangelium kann nicht abgeändert werden. Es gilt als eine königliche, göttliche Anordnung. Manche Systeme und Theorien der Freiheit sind in sich selbst gefangen, voller lebenslanger Pflichten und Forderungen. Doch nur Jesus rettet.
Ein Mann erzählte mir, er sei auch Seelsorger. Allerdings glaubte er weder, dass Jesus Christus der Sohn Gottes sei, noch dass die Bibel Gottes Wort darstellte. Daher fragte ich mich, wie er irgendjemandem helfen konnte. „Kommen Sie zu ihnen und gehen dann wieder mit gebrochenem Herzen?“, fragte ich ihn. „Oh nein“, erklärte er. „Ich beruhige sie einfach.“ Ich blickte ihn fest an und sagte: „Ein Mann auf einem sinkenden Schiff braucht mehr als eine Beruhigungspille. Beruhigen Sie ihn nicht. Er sinkt bereits. Wenn Jesus zu jemandem auf einem Schiffswrack kommt, wirft er ihm nicht Valium zu und sagt: ,Stirb in Frieden‘, sondern er ergreift ihn mit seiner durchbohrten Hand und zieht ihn aus dem Wasser. Dann sagt er zu ihm: ‚Weil ich lebe, wirst auch du leben‘ (s. Johannes 14,19).“
Das ist das Evangelium von Jesus Christus, das gepredigt werden muss. Jesus ist der Retter unserer Welt. Diese Botschaft ist Leben, Frieden und Gesundheit für Geist, Seele und Körper.
Auszug von „Evangelisation mit Feuer“ von Reinhard Bonnke

















































































































































































