Daniel Kolenda

Ein persönliches Wort zu Weihnachten

Ganz ehrlich: Ich mag Weihnachten. Wirklich! Ich weiß, dass es Christen gibt, die theologische Bedenken dagegen haben, den Termin kritisieren oder gar dagegen protestieren. Aber ich mag Weihnachten trotzdem! Ich mag diese ganz besondere Zeit in der Familie, ich mag das Beisammensein, das festliche Essen, die „Familientradition“, die sich bei uns herausgebildet hat und die für unsere fünf Kinder so wichtig ist. Ich mag das Leuchten in den Augen der Kids, wenn sie die Geschenke auspacken – und noch mehr ihre Freude, wenn wir als ihre Eltern ihre eigenen Geschenke, die sie uns voll kindlicher Liebe überreichen, mit großer Begeisterung auspacken. Ich mag es, dass es – einmal im Jahr – tatsächlich in all der Betriebsamkeit unserer Zeit zu einem Moment des Innehaltens und der Besinnung kommt, zumindest für all diejenigen, die dies für sich persönlich zulassen und dazu bereit sind.

Wenn ich an die Geschichte der Geburt unseres Herrn Jesus Christus denke, die uns allen so altbekannt und vertraut ist, gibt es etwas, was mich schon immer stutzig gemacht hat und was – so glaube ich – von einer oft übersehenen, aber trotzdem tiefen Bedeutung ist. Als damals die Sterndeuter, die Weisen aus dem Orient, erschienen und angaben, einem Stern zu folgen, auf der Suche nach einem Kind, das gemäß einer Prophezeiung der „König der Juden“ war, fühlte sich der damalige König Herodes existenziell bedroht. Er war entschlossen, dieses Baby zu finden und zu töten. So rief er seine eigenen „weisen Männer“ zusammen, jüdische Priester und Schriftgelehrte, und erfuhr von ihnen, wo genau der Messias geboren worden war.

Das ist schon erstaunlich. Herodes erfragte den genauen Geburtsort des Messias von den Schriftgelehrten. Sie konsultierten die Hebräischen Schriften und fanden den exakten Ort heraus. Wie kann es sein, dass sie zwar wussten, dass ihr Messias geboren war, sie aber dennoch anscheinend völlig desinteressiert waren?

Normalerweise hätte sich doch jeder, der diese Nachricht hörte, sofort auf den Weg nach Bethlehem machen müssen. Israel wartete schließlich seit Jahrhunderten auf den verheißenen Messias. Trotzdem schien es, als würde kein König, Priester, Schriftgelehrter oder religiöser Führer Ihn erkennen. Keiner von ihnen machte sich auch nur die Mühe, Ihn zu suchen. Die jüdische Führung schien komplett unberührt. Ist das nicht außerordentlich sonderbar? Was ging in den Köpfen dieser damaligen Leiter vor? Wir sollten nicht vergessen, dass die religiösen Oberhäupter seiner Zeit auch Politiker waren.

Ihr Wohlstand und die Sicherheit ihrer Position wurden durch die damalige römische Administration gewährleistet. Herodes war ihr König. Und solange er auch weiterhin für ihren Wohlstand garantierte, hatten sie kein Verlangen, die Führung auszutauschen. Ein Messias bedeutete auch Revolution, Erschütterung des Status Quo und die Gefährdung der für sie sehr profitablen Regelung. Es ist also kein Wunder, dass Herodes, als er von der Suche der Sterndeuter nach dem neuen König der Juden hörte, „bestürzt wurde und ganz Jerusalem mit ihm“ (Matthäus 2,3).

Trotz der irritierenden Gleichgültigkeit des Establishments in Jerusalem hatte Gott bereits die Verehrung Seines Sohnes als König in die Wege geleitet. Und zwar ausgerechnet durch heidnische Sterndeuter, die Jesus mit kostbaren Geschenken bedachten und Ihn als König anerkannten.

Mit dieser Geschichte illustrierte Matthäus, der dies in seinem Evangelium berichtet, ein Muster, das sich durch das gesamte Leben und den Dienst des Messias zog. „Er kam in das Seine, und die Seinen nahmen ihn nicht an“ (Johannes 1,11). Er besaß kein Ansehen in Seinem eigenen Land (Lukas 4,24). Er war der Stein, den die Bauleute verworfen hatten (Matthäus 21,42; Markus 12,10). Er wurde schlussendlich von Seinem eigenen Volk verschmäht und getötet. All das erfüllte die prophetischen Schriften über den Messias.

Matthäus ging außerdem davon aus, dass seinen Lesern die eklatante Ironie ins Auge stechen würde: Heidnische Astrologen entdeckten den jüdischen König, indem sie einem Stern folgten. Die Gelehrten in Israel erkannten ihren König nicht, obwohl sie die Schriften besaßen. Heidnische Sterndeuter kamen, um den Messias anzubeten, aber die Elite Jerusalems trachtete danach, ihn zu töten. Die Gegensätze könnten kaum größer, überraschender und prophetischer sein.

Diese Sterndeuter waren zwar die ersten Heiden, die den jüdischen Messias als König verehrten, aber im Laufe der Zeit kamen Millionen, ja, sogar Milliarden Heiden zu Ihm. Dazu gehören auch du und ich. Das war von Anfang an Gottes Absicht. Deshalb befahl Jesus am Ende des Matthäus-Evangeliums als König Seinen Anhängern, dass sie „alle Nationen zu Jüngern“ machen sollten (Matthäus 28,19).

Im letzten Buch der Bibel wird das Endresultat dessen geoffenbart. Das Vermächtnis, das mit dem Dienst Daniels zu Zeiten des antiken Babylonischen Reiches begann, wurde Jahrhunderte später zu einem kleinen Rinnsal von Sterndeutern aus dem Osten, die kamen, um Jesus anzubeten, und mündete schließlich in einer gewaltigen Flut von Menschen aus jeder Nation der Erde: „Nach diesem sah ich: Und siehe, eine große Volksmenge, die niemand zählen konnte, aus jeder Nation und aus Stämmen und Völkern und Sprachen, stand vor dem Thron und vor dem Lamm, bekleidet mit weißen Gewändern und Palmen in ihren Händen. Und sie rufen mit lauter Stimme und sagen: Das Heil unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm!“ Offenbarung 7,9-10

Die Weihnachtsbotschaft verkündet, dass der jüdische Messias der Herr aller Nationen ist. Gott hat einen Weg geschaffen, um alle die zu erretten, die diesen Weg für sich in Anspruch nehmen und glauben. Eines Tages werden Menschen aus jedem Stamm, jeder Sippe und Sprache zusammenkommen, um zu bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes des Vaters.

Ist das nicht wunderbar? Auch deshalb: Weihnachten ist einfach die schönste Zeit im Jahr für mich.

In Jesus herzlich mit dir verbunden

Evangelist Daniel Kolenda

und das gesamte CfaN-Team

P.S. Ich wünsche dir eine reich gesegnete Zeit und eine ganz intensive, tiefe Berührung unseres Herrn gerade in dieser Weihnachtszeit. Ich wünsche dir, dass du erfrischt, gesegnet und mit neuer Vision in das kommende Jahr 2019 starten kannst.