Äthiopien

Unerreichte Stämme begegnen Jesus

CfaN ist wohlbekannt für seine Großevangelisationen in Afrika. Seit das große Zelt in den 1980er Jahren zu klein wurde, haben wir riesige evangelistische Events in Städten in ganz Afrika durchgeführt. Das sind 40 Jahre Großveranstaltungen, die zu insgesamt über 100 Millionen Bekehrungen geführt haben. 

Doch so ertrag- und erfolgreich diese Strategie auch sein mag, sie kann niemals die Lösung dafür sein, ganz Afrika für Jesus zu gewinnen. Warum? Weil 55 % der Afrikaner nicht in Städten leben. Mehr als die Hälfte wohnen nicht in einem Gebilde, das man als „Stadt“ bezeichnen kann. Sie leben auf dem Land. Und „ländlich“ bedeutet in Afrika grundsätzlich weit weg von jeglicher moderner Infrastruktur, an Orten, wo es weder Straßen, Elektrizität noch Läden gibt. 

Ein Herz für die Unerreichten

Vor mehr als vier Jahren begann Gott genau über eine solche Region zu Evangelistin Kaisa Fischer zu sprechen. Kaisa, die bereits mehrere Jahre lang als Evangelistin in Deutschland gearbeitet hatte, spürte, dass der Herr sie weiterführen wollte. Sie setzte ihren Glauben in die Tat um und absolvierte 2021 das zweite CfaN-Bootcamp für Evangelisation. Nebenbei lernte sie bei dieser Gelegenheit unseren CfaN-Direktor für Deutschland, Herbert Fischer, kennen und heiratete ihn, doch das ist eine andere Geschichte! 

Heute möchte ich dir erzählen, was der Herr in Äthiopien durch Kaisa und ihre Kollegin in diesem Dienst, Marita Orevi Tornes, getan hat. Gott schickte sie ins Omo-Tal in Äthiopien, das ungefähr so groß ist wie Israel. 13 der 16 dort lebenden Stämme gelten als unerreicht. 

Evangelistinnen Kaisa Fischer und Marita Tornes
Evangelistinnen Kaisa Fischer und Marita Tornes

Was bedeutet „unerreicht“?

„Unerreicht“ bedeutet nicht unbedingt, dass es dort überhaupt keine Gläubigen gibt, sondern dass die Gemeinde noch sehr klein und zerbrechlich ist. Die Christen dort können noch nicht ohne Hilfe von außen evangelisieren oder Jüngerschaft anbieten. Missionsreisen dienen dazu, sowohl das Evangelium zu predigen, als auch die Ortsgemeinde aufzubauen und zu ermutigen, bis sie auf eigenen Füßen stehen können. 

In den vergangenen vier Jahren haben Kaisa und Marita mehrfach das Omo-Tal besucht und insbesondere den Stämmen der Hamer, Desenech und Mursi gedient – eine körperlich anstrengende und gefährliche Arbeit. Tagsüber ist es brütend heiß, oft gibt es keine richtigen Straßen und es kann eine ganze Tagesreise dauern, die entlegensten Dörfer zu erreichen. 

Die Gemeinde stärken

2025 machte die Arbeit in Äthiopien einen großen Schritt vorwärts: CfaN-Evangelisten trainierten äthiopische Gläubige aus 13 Stämmen in Evangelisation, Jüngerschaft und Gemeindegründung. Viele dieser jungen Leute haben in ihren Stämmen nach der Abreise der Missionare weiter evangelisiert. Wenn die Missionare dann zurückkehren, hören sie außergewöhnliche Zeugnisse. Gott hört nicht auf zu wirken, weil die Fremden gegangen sind – das Feuer brennt nun in den Herzen der Einheimischen, die weitermachen. In fast jedem erreichten Dorf ist eine Gemeinde entstanden, doch zunächst gibt es oft heftigen Widerstand. Lies diese Geschichten von Gottes wunderbarem Eingreifen im Omo-Tal und frage dich: Was bist du heute bereit, für das Evangelium zu tun? 

Für das Evangelium verfolgt und geschlagen

Kaisa Fischer berichtet: Im Mai 2024 besuchten wir ein Dorf mit drei Christen. Die Menschen verspotteten uns und lehnten unsere Botschaft ab. Als wir wieder gingen, hielten wir es für sinnlos. Doch ein Jahr später kehrten wir zurück und erfuhren, was nach unserer Abreise geschehen war. Ein Christ aus dieser kleinen Gruppe, ein junger Mann namens Alex*, wurde von Gott ergriffen. Er begann, überall zu evangelisieren und entzündete Erweckungsfeuer in seinem Dorf und in der Umgebung. Die Menschen fingen an zu glauben, und der Großteil seiner Familie kam zum Glauben. 

Das machte die Dorfältesten wütend. Sie bedrohten die Gläubigen, rissen ihre kleine Gemeindehütte nieder und verfluchten sie. Die Verfolgung wurde so schlimm, dass der junge Leiter fliehen musste. Eines Nachts wollten sie ihn holen. Als sie ihn nicht finden konnten, ergriffen sie stattdessen andere Gläubige und schlugen sie blutig. Jemand rief Alex an und er eilte zurück, nur um selbst gefesselt und fast totgeschlagen zu werden. Doch er überlebte und fing erstaunlicher Weise sofort wieder an zu predigen. 

Ihre Flüche fielen auf sie selbst zurück

Gläubige aus 13 Stämmen kamen zum Jesus-Camp, um sich in Evangelisation schulen zu lassen.
Gläubige aus 13 Stämmen kamen zum Jesus-Camp, um sich in Evangelisation schulen zu lassen.

Als er später das Evangelium predigte, sahen wutentbrannt zwei Älteste – von denen man wusste, dass sie Menschen mit Todesflüchen belegten –, wie zwei Frauen Christus annahmen. Diese Ältesten begannen, die Prediger zu verfluchen, doch plötzlich fielen sie an Ort und Stelle tot um. 

Alex war schließlich aus Sicherheitsgründen gezwungen, die Gegend zu verlassen. Doch dann geschah etwas Verrücktes: Seine Verfolger starben. Einer erlag einem Schlangenbiss, ein anderer spuckte Blut, ein dritter brachte sich um. Ein weiterer wurde verrückt und verschwand. Schließlich wurde der Bruder des jungen Evangelisten, ein Hauptgegner, schwer krank, urinierte Blut und starb fast. Als sie dies sahen, sagten die Dorfältesten zur Bevölkerung: „Hört mal, dieser Jesus, den sie predigen, muss der einzig wahre Gott sein. Wir müssen diese Christen bitten zurückzukommen und für uns zu beten. Wir müssen sie um Vergebung bitten.“ 

Die jungen Christen kehrten zurück. Als Erstes beteten sie für Alex’ kranken Bruder, der vollständig geheilt wurde. Heute ist der ehemals todgeweihte Bruder Pastor der Dorfgemeinde. Mindestens fünf der früheren Verfolger sind jetzt gerettet. Das ganze Dorf bekennt Jesus als Herrn. Aus einer winzigen, verspotteten Gruppe ist nun eine Gemeinde von zirka 50 Personen geworden, Tendenz ständig steigend.

„Euer Gott liebt uns nicht.“

Wir reisten in ein entlegenes Dorf, wo wir erneut abgelehnt wurden. Wir gingen grüßend von Hütte zu Hütte und beteten, wo wir durften. Dabei fanden wir einen 16-jährigen Jungen, der stumm und gelähmt auf dem Boden lag.   

Seine Mutter berichtete, dass er zu einem dämonischen Fruchtbarkeitsritual gegangen war, bei dem junge Männer über Bullen springen und Frauen ihre Liebe dadurch zeigen, dass sie ihre Rücken blutig schlagen lassen. Der Junge war nur als Zuschauer dort, doch auf dem Heimweg wurde er verrückt – und schließlich stumm und lahm. Das dauerte schon einen Monat an. Wir beteten für ihn und plötzlich konnte er wieder sprechen. Völlig geheilt stand er auf. 

Doch obwohl es dieses Wunder gesehen hatte, widerstand uns das Dorf, weil die Ältesten verbittert waren. Sie sagten: „Euer Gott liebt uns nicht. Wir hatten seit fünf Jahren keinen Regen.“ Wir segneten sie trotzdem, beteten für Regen und reisten ab, ohne zu wissen, ob sich etwas verändern würde. 

Nachdem er an einem Fruchtbarkeitsritual teilgenommen hatte, wurde dieser Junge stumm und gelähmt. Aber Jesus hatte einen Plan für seine Befreiung!
Nachdem er an einem Fruchtbarkeitsritual teilgenommen hatte, wurde dieser Junge stumm und gelähmt. Aber Jesus hatte einen Plan für seine Befreiung!

„Wir sind jetzt alle gläubig!“

Monate später kehrte ein einheimischer Pastor zurück. Der Ort war völlig verwandelt, grün und saftig, keine Wüste mehr. Man hatte eine Gemeinde gebaut. Die Menschen begrüßten ihn mit den Worten: „Wir sind jetzt alle gläubig. Nachdem du weggegangen warst, regnete es am nächsten Tag. Seitdem hat es nicht mehr aufgehört.“ 

Als ich 2025 zurückkehrte, sah ich es selbst: das Grün und die Gemeinde. Wir fragten einen jungen Mann, ober er den geheilten Jungen kannte. „Ja“, sagte er, „er ist mein Bruder. Ich bin jetzt auch Christ, wegen der Heilung und dem Regen.“ Sein Bruder hütete das Vieh, es ging ihm gut. Er sagte, praktisch jeder würde nun glauben. Wir trafen zwei Frauen, die zum Glauben gekommen waren. Ihre Ehemänner hatte sie geschlagen und verlassen, weil sie Jesus nachfolgten, doch die Beiden wohnen nun voller Freude zusammen. „Wir haben Jesus“, sagten sie. „Unser Leben ist jetzt so viel besser. Wir haben viel verloren, aber noch viel mehr gewonnen. Wir bereuen nichts. Jesus hat unsere schrecklichen Männer vertrieben.“ 

*Name zu seinem Schutz geändert 

Bau eines permanenten Gemeindegebäudes in Dimeka
Evangelist Kaisa Fischer and Marita Orevi Tornes
Evangelist Kaisa Fischer and Marita Orevi Tornes

Wirst du die Evangelisten und Pastoren unterstützen, die für Jesus ihr Leben riskieren und dorthin gehen, wo sich nur wenige hinwagen? Bitte bete für sie und ermutige sie. Bist du bereit, etwas von deinem eigenen Komfort zu opfern, um Arbeiter zu trainieren und in die Ernte zu schicken?  

Mit dir im Einsatz für das Evangelium 

Evangelist Daniel Kolenda
(und das CfaN-Team auf der ganzen Welt) 

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